Torwart zu sein ist ein harter Job. Torhüter müssen hellwach und beweglich sein und den Ball ständig im Blick behalten. Dazu brauchen sie schnelle Reflexe und müssen in Sekundenbruchteilen entscheiden.
Deshalb trainieren sie anders als die Feldspieler. Mit speziellen Torwartübungen bringst du deine Torhüter gezielt weiter.
Die Übungen bilden die Intensität eines echten Spiels nach und verbessern Technik, Schnelligkeit, Reflexe und Fitness der Torhüter.
7 Übungen für das Torwarttraining
Wir haben 7 Torwartübungen ausgewählt, die sich besonders für junge Spieler eignen.
1. Abwehren und Hechten
Hier üben die Torhüter, den Ball abzuwehren und zu hechten. Du brauchst ein großes Tor und mehrere Bälle.
Der Torwart steht bereit in der Mitte der Torlinie. Außerdem brauchst du zwei Spieler, die mit den Bällen vor dem Tor stehen.
Ein Spieler wirft oder schießt einen flachen Ball in eine Ecke des Tores. Der Torwart bewegt sich hin und hechtet, um den Ball abzuwehren.
Danach wirft der andere Spieler einen hohen Ball in die gegenüberliegende Ecke. Der Torwart muss schnell rüber, um den Ball zu fangen oder abzuwehren. Damit ist eine Wiederholung geschafft.
Jeder Torwart macht 5 bis 6 Wiederholungen. Je nach Alter und Fitness kannst du die Pause zwischen zwei Wiederholungen verlängern. Ist der Torwart fit genug, geht es ohne Pause weiter.
Intensiver wird es, wenn die Schützen den Ball schießen statt werfen. Wenn die Torhüter besser und fitter werden, können Schusskraft und Winkel steigen.

Ziel
Die Übung verkürzt vor allem die Reaktionszeit. So sind die Torhüter nach einer Parade schnell wieder in Position. Außerdem lernen sie, zwei Abschlüsse aus derselben Situation besser abzuwehren.
Gleichzeitig verbessert die Übung die Beinarbeit und die Sprungtechnik. Die Torhüter lernen, auf der Hüfte zu landen und den ganzen Körper hinter den Ball zu bringen. Und nebenbei steigt die allgemeine Fitness.
2. Schnelle Hände
Für diese Übung brauchst du neben einem großen Tor und ein paar Bällen noch etwas mehr Material. Außerdem brauchst du zwei Spieler als Zuspieler. Am besten mit Tor, es geht aber auch ohne.
Stelle zuerst eine Reihe Hütchen vor dem Tor auf. Dahinter kommen zwei Trainingsdummys, etwa 6 Meter auseinander. Die beiden Zuspieler stehen etwa 5 Meter vor den Dummys. Statt Dummys kannst du auch Hütchen nehmen.
Der Torwart läuft schnell durch die Hütchen und stoppt neben dem ersten Dummy.
Der erste Zuspieler wirft oder schießt ihm den Ball auf die Brust. Der Torwart fängt, spielt den Ball zurück und läuft zum zweiten Dummy. Dort passiert das Gleiche mit dem zweiten Zuspieler.
Danach läuft der Torwart durch die Hütchen zurück auf die Torlinie. Das ist ein Durchgang. Meist läuft die Übung, bis jeder Torwart 10 bis 12 Bälle gefangen hat.
Schwieriger wird es, wenn die Zuspieler den Ball weiter zur Seite oder höher spielen. Dann muss der Torwart hechten oder springen. Mit Anordnung und Anzahl der Hütchen kannst du die Laufwege verändern.

Ziel
Die Übung macht den Torwart beweglicher und trainiert das Fangen. Sie eignet sich auch gut zum Aufwärmen vor dem Spiel.
Der Torwart lernt, seinen Körper als Barriere hinter den Ball zu bringen. Du kannst außerdem an der richtigen Schaufeltechnik arbeiten: Handflächen und Ellbogen richtig einsetzen, damit der Ball sauber an den Körper rollt.
3. Drei-Hütchen-Übung
Die Übung ist recht einfach, passt aber sehr gut ins Torwarttraining.
Stelle drei Hütchen etwa 2,5 bis 3 Meter vor der Torlinie auf, am besten in drei verschiedenen Farben. Ein weiterer Spieler steht am Elfmeterpunkt und schießt.
Der Torwart steht in Grundstellung in der Mitte. Sein Partner ruft eine Farbe. Der Torwart läuft zu diesem Hütchen und zurück in die Tormitte. In diesem Moment schießt der Partner aufs Tor, und der Torwart versucht zu halten.
Du kannst das Tempo erhöhen, indem der Torwart weniger Zeit zum Stellen bekommt. Wechsle außerdem hohe und flache Schüsse ab.

Ziel
Die Übung stärkt die Grundlagen des Torwartspiels: schnelle Richtungswechsel und schnell wieder die richtige Position finden. Sie verbessert die Beinarbeit und schult die schnelle Bewegung zwischen den Pfosten.
Bei fortgeschrittenen Torhütern kannst du Tempo und Winkel der Schüsse variieren, damit sie schneller denken und reagieren. Außerdem lernen sie, leicht nach vorne geneigt auf den Fußballen zu bleiben, um blitzschnell loszukommen.
4. Torwartduell
Bei dieser Übung treten zwei Torhüter gegeneinander an und versuchen, beim anderen zu treffen. Steck mit Hütchen ein Feld von etwa 20 x 15 Metern ab. An beiden Enden steht ein Tor, daneben liegen jeweils mehrere Bälle.
Markiere dann vor jedem Tor eine „Torwartzone“, indem du etwa 5 Meter vor der Torlinie ein Hütchen aufstellst. Beide Torhüter spielen aus dieser Zone heraus.
Ein Torwart wirft, schießt oder volleyt den Ball aufs andere Tor. Der andere Torwart versucht mit allen Mitteln, den Ball zu halten.
Hält er den Ball, darf er selbst von seiner Seite aus aufs Tor gehen. Trifft der Angreifer, darf er weiter schießen.
Für jede Runde legst du eine Zeit oder eine Punktzahl fest. Hast du mehr als zwei Torhüter, wird nach jeder Runde gewechselt.

Ziel
Weil der angreifende Torwart aus verschiedenen Winkeln schießt oder wirft, lernt der andere, schnell zu reagieren und die Bälle sicher zu halten. Der Wettkampf macht das Spiel intensiver und stärkt das Selbstvertrauen der Torhüter.
5. Mit dem Ball mitgehen
Für diese Übung brauchst du den Torwart und fünf weitere Spieler. Die Feldspieler verteilen sich im Strafraum, hinter ihnen liegen genug Bälle. Bei weniger als fünf Spielern verteilst du sie rund ums Tor, damit mehr Platz ist.
Die Spieler passen sich den Ball zu. Nach vier Pässen darf einer aufs Tor schießen. Der Torwart geht mit dem Ball mit und versucht, den Schuss zu halten.
Danach geht es mit dem nächsten Ball weiter. Der Torwart stellt sich wieder richtig, und das Ganze wird 5- bis 6-mal wiederholt.
Am besten spielen die Feldspieler Pässe und Schüsse direkt. Je schneller der Ball läuft, desto schwerer wird es für den Torwart.

Ziel
Die Übung schult die Beinarbeit des Torwarts und hilft ihm, schnell die richtige Position zu finden. Gleichzeitig verbessert sie seine Reaktion, vor allem im 1 gegen 1.
Torhüter müssen ahnen, was der Stürmer vorhat. Hier lernen sie, den Ball ständig im Blick zu behalten und jeden Kontakt und jeden Pass zu verfolgen.
6. Ein-Hütchen-Übung
Bei dieser Übung muss der Torwart schnell die Richtung wechseln, wie im Spiel. Stelle ein Hütchen mittig vor das Tor, ein paar Meter vor der Torlinie. Ein Zuspieler steht mit mehreren Bällen an der Ecke des Strafraums.
Der Torwart läuft auf das Hütchen zu und stellt sich vor, es sei ein Stürmer. Er läuft um das Hütchen herum und zurück auf die Torlinie, um den Schuss des Zuspielers abzuwehren.
Stelle den Zuspieler immer wieder an andere Stellen, damit der Torwart Schüsse aus allen Winkeln übt. Der Zuspieler sollte flache und hohe Schüsse abwechseln.

Ziel
Im Spiel kann sich die Richtung des Balls jederzeit ändern. Liegt der Torwart mit seiner ersten Einschätzung falsch, muss er sich schnell drehen und neu ausrichten.
Die Übung hält den Torwart wach und lehrt ihn, sich nach Ballposition und Schusswinkel neu zu stellen. Außerdem lernt er, den Winkel zu verkürzen, indem er sich groß und breit macht.
7. Flache Bälle halten
Wie der Name schon sagt, üben die Torhüter hier das Abtauchen nach flachen Bällen, das im Spiel so wichtig ist.
Du brauchst einen Schützen und einen Torwart. Der Torwart steht in der Mitte der Torlinie, der Schütze am Elfmeterpunkt. Er schießt flach in eine Ecke. Der Torwart taucht ab, fängt den Ball und stellt sich wieder in Position.
Der nächste Schuss geht in die andere Ecke. Gespielt wird eine festgelegte Zeit, immer abwechselnd links und rechts.
Ziel
Junge Torhüter lernen hier, nach schnellen, flachen Bällen abzutauchen. Ein sauberes Abtauchen braucht gute Technik, einen breiten Stand und schnelle Reaktionen, und das muss man üben. Der Torwart fliegt dabei flach über den Boden, ohne viel Höhe, und braucht einen explosiven Antritt.
Außerdem verbessern die Torhüter ihre Landung. Sie sollten üben, auf Hüfte und Schulter zu landen, damit sie sich nicht an empfindlicheren Stellen verletzen.
Warum Torwartübungen so wichtig sind
Torhüter brauchen ein anderes Training als Feldspieler.
Wer die Grundlagen des Fußballs kennt, weiß: Selbst die besten Torhüter sprinten weniger und haben weniger explosive Aktionen als der Rest der Mannschaft. Ein Einheitstraining für beide Gruppen ist deshalb nicht ideal.
Zwei Grundbewegungen müssen Torhüter üben: nach vorne und zur Seite laufen. Ein Schwerpunkt im Torwarttraining sollte auf kurzen, schnellen Antritten liegen. Längere Sprints gehören aber trotzdem in den Trainingsplan.
Dazu kommen Hechten und Springen nach hohen Bällen, beides wichtig für jede Parade.
Hier sollte beidseitig trainiert werden, also mit beiden Körperseiten. Dazu kommt Reaktionstraining, damit der Torwart auf schnelle Stürmer rechtzeitig reagiert.
Springen und Hechten brauchen viel Explosivkraft aus den Beinen. Neben dem allgemeinen Konditionstraining und den Torwartübungen gehört deshalb auch Krafttraining dazu. Mit kräftigeren Beinen springt der Torwart explosiver ab.
Außerdem brauchen Torhüter genug Kraft im Oberkörper, um sich im Gedränge im Strafraum durchzusetzen.
Bei Standards stehen oft mehrere Gegner im Weg und behindern den Torwart. Dann braucht er Kraft und Beweglichkeit, um sich in diesem Gewühl zu behaupten.
Fazit
Torhüter stehen nicht immer im Mittelpunkt. Trotzdem können sie ein Spiel in wenigen Sekunden entscheiden.
Gute Torwartübungen gehören deshalb fest in deinen Trainingsplan. Behalte die Trainingsziele im Blick, aber sei ruhig kreativ und sorg dafür, dass die Einheit den jungen Spielern Spaß macht.
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